Schleppnetze

Schleppnetze dienen dem Fang von Grund- und Schwarmfischen. Die Netze werden hinter den Schiffen hergezogen, daher ihr Name. Sie sind trichterförmig und ihre breite Öffnung wird mithilfe von Gewichten und Schwimmkörpern stabilisiert. Es werden zwei Arten unterschieden:

Das pelagische Schleppnetz wird in einer Wassertiefe von 50-300m angewendet, die Ortung der Fischschwärme erfolgt über Echolot und Sonar. Diese Netze sind für den Fang von Schwarmfischen wie Makrele und Seelachs ausgelegt.

Das Grundschleppnetz wird zum Fang von Grundfischen wie Scholle und Seezunge sowie Krebstieren genutzt. Es wird über den Meeresboden gezogen und ein Tau am Boden dient dazu, die Fische aufzuscheuchen. Auch verfügen die meisten Netze über Scherbretter aus Metall oder Holz, welche die Fische in Richtung Trichter leiten sollen. Allerdings wird so ein großer Teil des Meeresbodens umgepflügt, dies hat mitunter große Schäden des Meeresgrunds und seiner Bewohner zur Folge.

Schleppnetzfischerei ist vor allem im Nordatlantik weit verbreitet, auch Thunfische werden mit pelagischen Schleppnetzen gefangen. Diese Fangmethode ist heftig kritisiert worden, denn die extrem hohen Beifangquoten von teilweise über 80% gefährden viele verschiedene Tiere. Zudem zerstören Grundschleppnetze große Teile der Tiefsee, welche nach wie vor kaum erforscht ist. Auch die Qualität des Fangs lässt zu wünschen übrig; durch das Gewicht der vielen Fische werden die Tiere regelrecht zerquetscht. Zuletzt ist zu erwähnen, dass durch diese Methode kein selektiver Fang stattfinden kann, es werden komplette Fischschwärme ausgelöscht und im Falle der Thunfische werden viele Tiere lange vor Erreichen ihrer Geschlechtsreife gefangen.

Im Juli 2016 einigte sich die Europäische Union auf ein Verbot von Grundschleppnetzen in Tiefseegebieten des Atlantiks, die Maximaltiefe beträgt jetzt 800m.

Abschließend ist zu sagen, dass Schleppnetze keine besonders empfehlenswerte Methode des Fischfangs sind.

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