Gattung Thunfische (Thunnus)

Die Gattung der Thunfische umfasst zwei Untergattungen mit jeweils vier Arten: Neothunnus und Thunnus. Thunfische sind mittelgroße bis große Raubfische mit einem charakteristischen, gedrungenem Körperbau und einer sichelförmigen Schwanzflosse. Mit Ausnahme der Polarmeere sind sie in allen Ozeanen zu finden. Ihre Lebensweise ähnelt denen der Schwertfischartigen, auch sie sind dominante Raubfische und unternehmen lange Wanderungen auf Nahrungssuche. Bemerkenswert ist nicht zuletzt auch ihre Fähigkeit, gewisse Körperregionen in einem gleichmäßigen Temperaturbereich zu halten. Hierfür existiert ein spezielles System von Blutgefäßen, dass die durch Muskelaktivität produzierte Wärmeenergie ins Körperinnere leitet. Vor allem Augen und Hirn profitieren von diesem und arbeiten auch noch in kälteren Gewässern ohne Einschränkung, was dem Fisch eine höhere Reaktionsgeschwindigkeit verleiht, als es sonst von einem wechselwarmen Tier in kühler Umgebung zu erwarten wäre. Auch Schwertfischartige weisen eine ähnliche Anpassung auf. Trotzdem sind Schwertfische und Thunfische nicht näher verwandt, ihre ähnliche Lebensweise und die körperlichen Anpassungen an solche sind das Ergebnis konvergenter Evolution.

Thunfische gehören zu den wichtigsten Speisefischen überhaupt; ihr Fleisch wird sowohl frisch als auch in Dosen vermarktet. In Asien wird es zudem gerne für Sushi und Sashimi verwendet; vor allem der Rote Thunfisch (Thunnus thynnus) ist für solches sehr begehrt. Auch in der Sportfischerei spielen sie eine nennenswerte Rolle; hier sind vor allem die größeren Arten begehrte Trophäen. Dieses breite Nutzungsspektrum schlägt sich in enormen Fangzahlen wider, die für einige Arten mittlerweile eine ernste Bedrohung darstellen. Zudem werden oftmals Fangmethoden angewendet, die eine große Menge Beifang verursachen und so auch negative Auswirkungen auf andere Arten haben.

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